|
Ein Bericht aus vitaminchen 5/01
"Pharmatollahs" gegen Antioxidantien
Disput
Praktisch weltweit setzen die Medien immer wieder zur Attacke gegen Antioxidantien
an. Fast immer mit "getricksten" Argumenten. Wäre es nicht so beunruhigend gewissenslos und erbärmlich, was sich die "Pharmatollahs" so alles einfallen lassen, um Vitamine zu diskreditieren, würde man sich fragen, ob etwa Fastnacht ist ...
Die diversen "Großoffensiven" der Medien gegen Vitamine beruhen in aller Regel auf vereinfachten Pressemitteilungen zu umfassenderen Untersuchungen. Die wissenschaftlichen Untersuchungen selbst können dabei
völlig korrekt sein. Als Resümee jeder Untersuchung kommt jedoch die Schlussfolgerung. Korrekte Wissenschaftler halten sich hierbei sehr bedeckt. Manche ziehen jedoch nassforsch Schlüsse, die völlig an der Sache
vorbeigehen. Da wir in solchen Fällen nicht von der Dummheit des jeweiligen wissenschaftlichen Autoren ausgehen, bleibt eigentlich nur noch der fade Nachgeschmack des Geldes ...
Typisch z.B. der Bericht (512 Seiten) der National Academy of Sciences, NAS, USA vom vergangenen Jahr. Nun glänzt diese Institution nicht gerade durch Neutralität und umfassende Berichte über den Stand der Dinge
kosten viel Geld. Wenn man sich die Geldgeber der NAS betrachtet, liest sich das wie ein "Who is who" schulmedizinischer und pharmazeutischer Organisationen und Firmen. Das Ergebnis des Berichts dürfte
kaum gegen die Interessen der Geldgeber gehen.
Und genau so ist es. Der Inhalt des NAS-Berichts ist eigentlich ein Faustschlag in die Magengrube von "Big Pharma", die Schlussfolgerung hingegen ist genau umgekehrt. Für uns ist dieser NAS-Bericht ein
Paradebeispiel dafür, wie man die Wissenschaft zur Hure erklärt und völlig unverfroren wider besseres Wissen und im Sinne der Geldgeber schlussfolgert.
Obwohl der gesamte NAS-Bericht eine einzige Aufzählung von wissenschaftlichen Studien ist, die die positiven gesundheitlichen Wirkungen hoch dosierter Vitamine (Antioxidantien) belegen, beißt man
erwartungsgemäß nicht in die Hand, die einen füttert und empfiehlt nicht etwa der Logik folgend viel mehr Antioxidantien, sondern weniger.
Unfassbar. Begründet wird dies mit den wenigen (umstrittenen) Untersuchungen, die vom Trend abweichen. Es ist im naturwissenschaftlichen Bereich allerdings völlig normal, wenn von 100 Untersuchungen z.B. 80 die These
belegen, 18 kein Ergebnis bringen und 2 die These zu widerlegen scheinen. Im Normalfall gilt die These damit als gültig. Die Untersuchungen, die nichts ergeben haben, legt man meist ad acta. Die zwei
"Ausreißer" werden allenfalls für Fachleute Anlass sein nach einer Fehlerquelle der Untersuchungen selbst, (nicht der These) zu suchen.
Bei unangenehmen Wahrheiten für die "Pharmatollahs" und deren zahlreiche Handlanger gilt offenbar das Umgekehrte. Versagt eine These/Substanz aus dem Naturbereich (mit der kein Geld zu verdienen ist) auch
nur ein einziges Mal in einer Serie von z.B. hundert Erfolgen, dann ist die These/Substanz untauglich. Das gilt natürlich nicht für die glorreichen Medikamente von "Big Pharma". Die können sich
Versagerquoten ohne Ende inkl. jeder Nebenwirkung leisten und werden trotzdem als Segen der Menschheit verkauft.
Der organisierte Rufmord von Vitamin & Co ist nicht ungeschickt eingefädelt: Der NAS-Bericht ist in Wahrheit eine einzige Ode für die Zufuhr hoher Vitamindosierungen.
Da offenbar nicht sein kann, was nicht sein darf, schlussfolgern die Autoren dennoch, dass höhere Dosierungen abzulehnen seien. In der Mitteilung für die Presse konzentriert man sich natürlich nur auf die Schlussfolgerung ...
Zu den Details
In diesem Bericht (Dietary Reference Intakes For Vitamin C, Vitamin E, Selenium and Carotenoids) zieht man -
nicht zum ersten Mal - Bilanz über wissenschaftliche Studien zu Antioxidantien. Leider werden dabei wesentliche Studien nicht erwähnt (Absicht?), leider beschränkt sich die NAS-Studie nur auf wissenschaftliche Untersuchungen der Stoffe Vitamin C, E, Betakaroten und Selen. Sie geht weder auf andere Vitamine noch Mischungen ein, obwohl die Supplementierung von einzelnen Substanzen von den Vitaminforschern eher skeptisch gesehen wird, weil teilweise erst der "Familienverband" den reibungslosen Ablauf garantiert.
Trotz dieser Einschränkung werden zu jedem genannten Vitamin seitenweise (!) Untersuchungen zitiert, die in der Quintessenz die Zufuhr hoch dosierter Antioxidantien dringend nahe legen. Folglich lauten die
Feststellungen der Autoren zu z.B. Vitamin C ähnlich wie bei Vitamin E, Betakaroten und Selen:
"Unzählige Wissenschaftler berichteten über die positiven Effekte von zusätzlichem hoch dosiertem Vitamin C, ob oral, intraarteriell oder mittels Vasodilatation verabreicht. Die heilsamen Effekte von
Vitamin C stehen noch am ehesten im Zusammenhang mit ihren antioxidativen Effekten. Vitamin C verbessert die endothelialen Funktionen und Gefäßerweiterungen, wahrscheinlich indem Superoxid-Radikale abgefangen
werden, zelluläres Glutathion konserviert oder die intrazelluläre Stickstoffoxid-Synthese verbessert wird."
Die ungeheure Tragweite der einzelnen Feststellungen mag leicht überlesen werden. So soll z.B. eindeutig die endotheliale Funktion mittels Vitamin C verbessert werden. Wow!!! In der klassischen modernen Schulmedizin
(wir würden es am liebsten gaaaanz GROSS schreiben!) sieht man nämlich als Ursache für die Arteriosklerose und deren Folgeerkrankungen wie Infarkt inzwischen das über Jahre hinweg geschädigte Endothel (schützende
Oberflächenzellen auch von Blutgefäßen). Nach neuesten Erkenntnissen der Schulmedizin (!) sind es die an dem Gefäßendothel haften bleibenden und dadurch beschädigten Blutzellen (Monocyten), die den Anfang der
Plaquebildung einleiten. Die Pharmaindustrie sucht daher forciert nach Medikamenten, die dieses Anheften der Blutzellen (Adhäsion) verhindern.
Recht erfolgreich machte man dem Volk klar, dass es ein Leben ohne Arteriosklerose gar nicht gäbe (was sogar stimmen mag) und Colesterinsenker der Weg zur Glückseligkeit wären.
Auf alle Fälle wurden diese Pillchen zum Umsatzträger par excellence. Dass zumindest der Colesterinsenker LIPOBAY (Bayer) als "Nebenwirkung" den Tod zur Folge haben kann, war ausgiebigst in der Presse nachzulesen.
Dabei bräuchte man gar nicht zu suchen, denn ausreichend dosiertes Vitamin C verhindert ebenfalls diese Adhäsion. Zitat aus dem NAS-Bericht: ...wenn Raucher 2.000 mg Vitamin C täglich zuführen, dann "senkt
sich die Monocyten-Adhäsion an das Endothel auf das Niveau eines Nichtrauchers".
Es ist mit normalem Menschenverstand nicht mehr begreifbar, wenn die gleichen Autoren dennoch eine erhöhte Einnahme von Vitamin C generell ablehnen. Betrachtet man die angeblich wissenschaftliche Argumentation des
NAS-Berichts etwas genauer, dann kann man eigentlich nur noch den Kopf schütteln. Die einzige Substanz, die sich als Monosubstanz für bestimmte Verbraucher (Raucher) als möglicherweise kritisch darstellt, ist
Betakaroten.
Der 512-Seiten-Report geht erst mal ausführlich darauf ein, dass hohe Betakaroten-Konzentrationen im Blut gegen viele chronische Krankheiten schützen. Personen mit den niedrigsten Betakaroten-Konzentrationen im Blut
hatten ein zu 43% erhöhtes Risiko eine cardiovasculäre Krankheit zu bekommen. Das Krebsrisiko war zu 51% erhöht und das Risiko an einer anderen Erkrankungen zu sterben war zu 38% größer.
Von 28 Studien stellten 26 fest, dass geringer Obst- und Gemüsekonsum (Betakaroten) mit hohem Lungenkrebsrisiko einherging. Bei anderen Krebsarten (Kehlkopf, Rachen) bestätigten dies gar 13 von 13 Studien. Das Risiko
an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken stieg um das 2,7fache bei niedrigen Betakaroten-Konzentrationen; das Angina-Pectoris-Risiko stieg um das 2,64fache. Eine Studie mit 39.000 Personen wies nach, dass sich das
Koronararterien-Risiko um 29% verringerte. Kurzum: Die Autoren stellen für alle möglichen Erkrankungen fest, dass hohe Betakaroten-Konzentrationen positiv sind.
Nachdem der Bericht unzählige positive Betakarotenstudien zitiert hat, werden auch drei (!) Studien angeführt, aus denen ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko für Raucher und Asbestarbeiter bei Supplementation von
Betakaroten (als Monosubstanz) ersichtlich wird. Vor allem basierend auf diesen drei (!) Studien lehnt man eine Betakaroten-Supplementation grundsätzlich ab. Auch für Nichtraucher.
Drückt man alle Studien zu Betakaroten in Zahlen aus, dann sprechen von 100 Studien 99 für Betakaroten und eine dagegen.
Eine für pharmakologische Verhältnisse glasklare Aussage. Bei allen naturwissenschaftlichen Untersuchungen gelten weltweit die Kriterien der "Regel" und die wird bekanntlich über die Ausnahme bestätigt (andernfalls wäre es ein Naturgesetz).
Es widerspricht jedweder Logik, die Ausnahme von einer Regel zum Maßstab zu machen. Es sei denn, dass man klare Fakten mit der Brechstange beugen will ...
Tatsache ist, dass die drei Negativstudien zu Betakaroten einsam auf weiter Flur stehen und zudem noch heftig umstritten sind. Auch die Autoren des NAS-Berichts räumen ein, dass andere ähnliche Caroten-Studien mit
Rauchern zu ganz anderen Ergebnissen kamen. Mal zeitigten die Studien positive Ergebnisse, mal passierte gar nichts. Benutzte man statt der Monosubstanz Betakaroten Vitaminmischungen oder andere Carotenoide
(Lycopen, Alphakaroten), dann fielen die Untersuchungen auch für Raucher durchweg positiv aus.
Obwohl einige negative "Ausrutscher" in einer ansonsten positiven Serie normalerweise nicht überbewertet werden, sind sie eine ausführliche Betrachtung wert. Unterstellt man mal wohlwollend, dass die drei
einsamen Negativstudien zumindest im Trend nicht völlig falsch sind, dann ergibt sich eine begrenzte Feststellung: Betakaroten, als Monosubstanz supplementiert, scheint das Lungenkrebsrisiko für bereits
Lungengeschädigte (Raucher, Asbestarbeiter) eher zu heben als zu senken. Da einem nicht eindeutig erkennbaren Vorteil möglicherweise ein gesundheitlicher Nachteil gegenübersteht, kann man die
Betakaroten-Supplementierung - als Raucher - besser lassen. Das gilt nur für Raucher und nur für die Monosubstanz! ... und genau das empfiehlt der HiLife im INFOLOG auch schon seit Jahren.
Wohlgemerkt: Das gilt nur für Raucher bei Supplementierung der Monosubstanz. Denn erhöhen Raucher gleichzeitig die Vitamin-C-Zufuhr oder nehmen Betakaroten im "Familienverband" (Multis) zu sich, dann sieht
das schon wieder ganz anders aus. Logisch, denn Betakaroten braucht z.B. Vitamin C, um "recyceln" zu können - und auch am Vitamin C mangelt es bekanntlich bei Rauchern.
Es ist bezeichnend für die Pogrom-Haltung der Vitamingegner bzw. Pharmaprotagonisten, die sich gerne einseitig der Medien bedienen, dass die Regel ignoriert wird, um aus der Ausnahme Schlagzeilen zu stricken.
Es interessiert nicht, dass normalerweise der Hund den Postboten beißt. Der umgekehrte Fall bringt Auflage und Umsatz. Dass dies nicht der sachlichen Auseinandersetzung dient, liegt auf der Hand.
Fazit
Betakaroten hat in unzähligen Studien seine gesundheitliche Potenz unter Beweis gestellt. Die Supplementierung macht demnach Sinn. Lediglich bei Rauchern ist von einer Supplementierung mit der Monosubstanz abzuraten.
Es ist an sich nichts Neues, dass neue wissenschaftliche Erkenntnisse (siehe Genforschung) eine heftige Pro-und- contra Diskussion auslösen. Solange diese Dispute mit sachlichen Argumenten geführt werden und nicht
von Fremdinteressen geprägt sind, nutzen harte Auseinandersetzungen letztlich allen. Widerwärtig wird es allerdings, wenn damit lediglich das Vertrauen in die Wissenschaft untergraben wird, weil massenhaft im Namen
der Wissenschaft eben diese "vergewaltigt" wird. Das gab es im Lauf der Menschheitsgeschichte schon öfter - das braucht keiner.
Wissenschaftlich?
Wenn einzelne Ergebnisse/Studien allzu sehr von den bisherigen Untersuchungen abweichen, dann hat man allen Anlass den "Ausreißer" in Frage zu stellen. Kürzlich untersuchte ein Wissenschaftler, was
passiert, wenn man reines Vitamin C und Proteine (in vitro, d.h. im Reagenzglas) mischt: Natürlich reagierten die Proteine auf diese Behandlung "stinkig" - und
eine neue Schlagzeile war geboren: Vitamin C ist "schlecht".
Man kann weibliche Eizellen auch in Wasser geben und dann ganz erstaunt feststellen, dass sie dabei kaputtgehen - Wasser wäre demnach fruchtschädigend; Schwangere sollten also keinesfalls Wasser trinken ... Es wimmelt von derartigen "Untersuchungen" und vor allem die Medien stürzen sich gerne darauf. Das hat mit Wissenschaft oder Kenntiserweiterung nichts zu tun; das ist nur noch widerwärtig.
"Big Pharma engagiert sich in der vorsätzlichen Verführung des medizinischen Berufes, Land für Land, weltweit. Er gibt ein Vermögen aus für Einflussnahme, Miete und Kauf akademischer Urteile bis in wenigen
Jahren, wenn Big Pharma unkontrolliert fortfahren kann, die nicht gekaufte medizinische Meinung kaum noch zu finden sein wird.”
John Le Carre, April/2001.
" ... als Chemiker, der geübt ist Daten zu interpretieren, ist es unverständlich für mich, dass Ärzte die klaren Fakten ignorieren können,
dass Chemotherapie viel, viel mehr Schaden anrichtet, als Nutzen bringt.”
A. C. N. Nixon, PhD, ehemals Präsident der American Chemical Society.
"Wenn ich Krebs hätte, würde ich niemals zu einem konventionellen Krebszentrum gehen. Krebsopfer, die weit von solchen Zentrum leben, haben eine Chance.”
Prof. Ch. Mathe, Krebsspezialist.
Quelle: "vitaminchen 5/01 September/Oktober", erscheint alle 2 Monate. Zu beziehen über: HiLife e.V., Kuhstr. 45, 47533 Kleve (Tel.02821-13676).
Weiterführende Literatur: Dr. Rath www.rath.nl
|